WPC- oder Holz-Terrasse – Was ist die bessere Wahl?

WPC- oder Holz-Terrasse – Was ist die bessere Wahl?

Dir fällt die Wahl zwischen WPC- oder Holzterrasse schwer? In diesem Artikel findest du eine Gegenüberstellung der beiden Terrassenbeläge in Bezug auf Haltbarkeit, Pflegeaufwand und Optik. Aber auch die Lage entscheidet darüber, ob WPC-Dielen oder Holz die bessere Wahl für deine Terrasse sind. Außerdem beantworten wir die Frage, welches der beiden Materialien langfristig nachhaltiger ist. 

Übersicht

  1. Holz- oder WPC-Terrasse? Der Vergleich
  2. Holzterrasse – Die Natürliche
  3. WPC-Terrasse – Das Multitalent
  4. Holz- oder WPC-Terrasse – Was ist nun die bessere Wahl?
  5. Eine Frage der Lage
  6. Der Stil spielt eine Rolle
  7. Nachhaltigkeit – So schneiden Holz- und WPC-Dielen im Vergleich ab

WPC- oder Holzterrasse – der Vergleich

Wer eine Terrasse bauen möchte, egal ob aus WPC-Dielen oder Holz, kann sich an diesen Kriterien für die Materialauswahl orientieren:

  • Die Eigenschaften des Material spielen eine große Rolle dafür, ob es für den Standort geeignet ist.
  • Die Optik und Wirkung des Materials verändert das Aussehen der Terrasse. Dieser Punkt ist vor allem Geschmackssache.
  • Die Lebensdauer des Belags entscheidet, wie lange die Terrasse schön und sicher begehbar bleibt.

Ob du eine Holz- oder WPC-Terrasse baust, macht einen großen Unterschied in den drei genannten Punkten. Dir stehen verschiedene Farbpaletten zur Auswahl, das Barfußgefühl ist ein anderes und nicht zuletzt unterscheiden sich WPC- und Holzdielen auch in der Lebensdauer und im Preis. 

Holzterrasse – klassisches Naturmaterial

Terrassendielen aus Holz wirken natürlich und sorgen für eine warme, gemütliche Atmosphäre. Wer sich statt weicher Hölzer wie etwa Douglasie oder Lärche für tropische Harthölzer entscheidet, muss auch bei der Haltbarkeit keine Abstriche machen. Hartholzdielen mit Dauerhaftigkeitsklasse I oder II haben bei guter Pflege eine Lebensdauer bis zu 30 Jahren. Dazu gehören etwa Teak, Bangkirai oder Cumaru.

Ein Grund für die Beliebtheit von Holz für Terrassen ist die natürliche Ausstrahlung des Materials. Dielen aus Holz entwickeln über die Zeit eine grau-silberne Patina und wirken durch Astlöcher und Unregelmäßigkeiten lebendig. Außerdem fühlt sich Holz angenehm unter den Fußsohlen an, denn es heizt sich durch Sonneneinstrahlung kaum auf. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, weil die Dielen splittern können. 

Wer sich für eine Holzterrasse entscheidet, sollte bereit sein, Zeit in die regelmäßige Pflege und Reinigung zu investieren. Damit das Holz schön anzusehen ist, braucht es nach dem Putzen und der Grünbelag-Entfernung zusätzlich die Pflege mit Öl. Eine Anleitung dazu, wie du selber eine Holzterrasse bauen kannst, inklusive einer Übersicht über notwendige Pflegeschritte, findest du in unserer Holzterasse-bauen-Anleitung.

WPC-Terrasse – das Multitalent

WPC ist ein Verbundstoff aus Holz und Kunststoff, dadurch verbindet er die Eigenschaften beider Materialien. Einerseits sehen WPC-Dielen dem Gegenstück aus Holz sehr ähnlich, andererseits ist es besonders witterungsbeständig und lange haltbar. 

Es steht ein breites Farbspektrum zur Auswahl, von dunklen und hellen Holztönen bis hin zu ausgefalleneren Varianten in dunkelrot oder grün. Im Gegensatz zu Holz vergrauen WPC-Terrassen nicht. Die Farbe hellt zu Beginn etwas auf und bleibt dann beständig. Daher ist auch keine Behandlung mit einem Entgrauer notwendig. Auch die Pflege mit Öl ist für WPC-Terrassen nicht nur unnötig, sondern kann den Dielen sogar schaden. Generell sparst du dir bei der Reinigung und Instandhaltung einer WPC-Terrasse im Vergleich zu einer Holzterrasse viel Zeit. Es reicht aus, sie mit warmen Wasser und Terrassenreiniger zu putzen. 

Wenn die Rede von WPC-Dielen ist, dann muss man zwischen zwei Arten unterscheiden: Hohlkammerdielen und Massivdielen. Diese beiden Dielen-Sorten unterscheiden sich beträchtlich im Preis und in der Qualität. Generell würden wir für Terrassen die massive Variante empfehlen, besonders wenn es sich um eine Poolumrandung handelt. Bei Projekten, wo das Gewicht wegen der Statik eine Rolle spielt, können Hohlkammerdielen die bessere Wahl sein. Einen detaillierten Vergleich findest du in unserem WPC-Dielen Guide

 

Holz- oder WPC-Terrasse – Was ist nun die bessere Wahl?

Vergleicht man die Haltbarkeit von WPC- und Holzterrassen, so kann nur Hartholz wie Teak mit WPC mithalten. Beide Dielen haben bei guter Pflege eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren. Holzdielen aus weicheren Hölzern wie Douglasie haben hingegen eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren.

Was die Optik von WPC und Holz angeht, so hast du bei WPC-Dielen eine größere Auswahl an verschiedenen Farbpaletten. Allerdings sind die Dielen einfarbig und erreichen nicht ganz die natürliche Ausstrahlung von Holz. Im Gegensatz zu Holz vergraut eine WPC-Terrasse nicht, mit Entgrauer kannst du versuchen, den Vergrauungs-Prozess bei Holzdielen zu verlangsamen.

Ganz wesentlich unterscheiden sich WPC- und Holzterrassen bei der Pflege. Wer nicht viel Zeit für die Terrasse erübrigen möchte, wird sich mit einer WPC-Terrasse wohlfühlen, denn Holz braucht die regelmäßige Pflege mit Öl. 

Was den Preis angeht, so hängt er sowohl bei Holz- als auch bei WPC-Terrassen stark mit der Materialqualität zusammen. Tatsächlich sind WPC-Hohlkammerdielen bereits ab 25 Euro pro Quadratmeter zu haben. Allerdings empfehlen wir für die meisten Projekte Massivdielen, weil sie formstabiler und länger haltbar sind. Preislich sind sie etwas teurer als Hartholzdielen wie etwa Bangkirai. Günstigere Holzdielen aus weichem Holz sind ab 15 Euro pro Quadratmeter erhältlich, allerdings haben sie eine deutlich kürzere Lebensdauer.

WPC- oder Holz-Terrasse im Vergleich

Eine Frage der Lage

Liegt deine Terrasse im Norden? Dann ist WPC die bessere Option, weil es resistent gegen Schimmel ist. In der Nordlage trocknen Belag und Unterkonstruktion langsamer, deswegen ist es sinnvoll, hier zu einem Material zu greifen, das nicht schimmelt. 

Die Häufigkeit von Niederschlag spielt ebenfalls eine Rolle – wie viel muss die Terrasse aushalten? Falls du in einer kühlen, regenreichen Region lebst und dich dennoch für eine Holzterrasse entscheidest, kannst du sie durch eine fixe Überdachung schützen und so die Langlebigkeit erhöhen.

Befindet sich die Terrasse im Süden, wo sie besonders viel Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, dann bleiben Holzdielen kühler. WPC-Dielen bieten grundsätzlich ein angenehmes Barfußgefühl, aber sie hitzen sich etwas stärker auf als Holz.

Ein Terrassendeck, das an einen Pool angrenzt, sollte wasserresistent sein. Dafür eignen sich Massiv-Dielen aus WPC besser als Holz, weil es weniger quillt und chlorbeständig ist. Wer sich für eine Poolumrandung aus Holz entscheidet, sollte unbedingt in hochwertige Hartholzdielen mit hoher Dauerhaftigkeitsklasse investieren, da sonst Pilz- und Insektenbefall drohen.

Der Stil der Terrasse spielt eine Rolle

Ob du WPC-Dielen oder Holz verwendest, wirkt sich auch auf die Gesamtwirkung der Terrasse aus. Wenn du also eine bestimmte Vorstellung hast, kann dir das die Wahl des Belags erleichtern. Wenn du dir eine rustikale Terrasse mit Toskana-Flair wünscht, die Gemütlichkeit und Natürlichkeit ausstrahlt, dann passen Holzdielen besser in dieses Bild. Falls du hingegen eine moderne Terrasse möchtest, die elegant oder schlicht wirkt, dann sind WPC-Dielen deine erste Wahl. 

Ob WPC-Dielen oder Holz – beide Beläge sind vielseitig einsetzbar. Die folgenden Vorschläge sind also nur Orientierungspunkte, die dir bei deiner Entscheidung helfen können.

Wenn du mehr über die optische Wirkung verschiedener Terrassenbeläge erfahren möchtest, kannst du in unserem Verlegemuster-Guide weiterlesen.

Nachhaltigkeit – So schneiden Holz- und WPC-Dielen ab

Natürlich ist Holz als nachwachsende Ressource grundsätzlich nachhaltig. Wenn man allerdings genauer hinsieht, ist es nicht so eindeutig, dass eine Holzterrasse tatsächlich nachhaltiger ist als eine aus WPC.

Ob die Holz- oder die WPC-Terrasse punkto Nachhaltigkeit besser abschneidet, liegt vor allem an der Wahl des Holzes. Nicht jede Holzart eignet sich gleich gut für den Einsatz im Außenbereich. Um eine langlebige Terrasse aus Holz zu bauen, braucht man Hartholz, also Holz mit einer hohen Dauerhaftigkeit. Dazu zählen vor allem Tropenhölzer wie Teak und Bangkirai, die nicht in Europa angebaut werden können. 

Das Fraunhofer Institut für Holzforschung und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) bewerten WPC-Dielen positiver als Dielen aus Tropenhölzern und gleichwertig mit heimischen Nadelhölzern. Voraussetzung dafür ist, dass die WPC-Dielen eine höhere Lebensdauer als ihr Gegenstück aus Holz haben. Die sehr lange Haltbarkeit und ein hoher Holzanteil bei WPC sind verantwortlich für die positive Bewertung in Sachen Nachhaltigkeit.